Archiv für die Kategorie ‘Philosophy of information’

Grundbegriffe des Informationswesens

Mittwoch, 28. April 2010

Jakob Voss und Adrian Pohl diskutieren in ihren Blogs die spannende Frage “Was sind Daten?”. Für deren Beantwortung werden immer auch weitere wichtige Grundbegriffe des Informationswesen reflektiert (vgl. dazu auch einen Beitrag in diesem Blog).

Aufpassen muss man bei solchen Begriffs-Diskussionen (siehe z.B. auch), dass man nicht bei so etwas landet wie beim Begriff “Information”, dem sogenannten “Capurroschen Trilemma“! 8-) Bertram C. Brookes bezeichnete (schon 1975) das Problem, das intuitive Alltagsverständnis von Begriffen wie Daten, Information, Wissen, Text, Dokument usw. in theoretische, wissenschaftliche Konzepte zu überführen, sogar als das "fundamental problem of information science" (nach Luke Tredinnick (ein Hinweis in diesem Blog): Digital information contexts : theoretical approaches to understanding digital information. Chandos, 2006, hier S. 3). Eine Hilfe beim “Absaufen” bietet z.B. “The Epistemological Lifeboat – Epistemology and Philosophy of Science for Information Scientists” des Dänen Birger Hjørland, der zusammen mit Capurro auch das Review “The Concept of Information” (Annual Review of Information Science and Technology 37, 2003, pp. 343-411) geschrieben hat.

So ist für mich die Frage, welchen Informationsbegriff man eigentlich zugrunde legt, sicher auch dafür relevant, welchen Begriff von Informationskompetenz man verwendet.

Kulturen der Information und Kommunikation

Samstag, 03. April 2010

Adrian Pohls Plädoyer für einen "kulturwissenschaftlichen Ansatz im Bibliotheks- und Informationswesen" hat mich an den "domain"-analytischen Ansatz des Dänen Birger Hjoerland erinnert, vgl. z.B. Hjoerland, Birger: Domain analysis. A socio-cognitive orientation for information science research. In: Bulletin of the American Society for Information Science and Technology 30 (2004), 3. S. 17-21. Hjoerland sieht die Nutzer als Teil einer fachlichen Diskussions- und Diskurs-Gemeinschaft mit eigenen kulturellen und sozialen Strukturen, die ein gemeinsames Vokabular und eine typische Informationspraxis teilen. “Diese ’sozio-kognitive’ Sicht betont die Bedeutung der historischen Entwicklung dieser Gemeinschaften und ihrer Kommunikationsprozesse sowie ihrer Strukturen, Dokumenttypen und Institutionen wissenschaftlicher Kommunikation und Information." (zitiert nach meinem Aufsatz "Studierende, Google, die Welt der Bibliotheken und deren kulturelle Bedeutung : Ein Essay zu einem Aufsatz von Amy Bruckman" (Libreas, Ausgabe 5, Frühjahr 2006).

Als Start zum weiteren Vertiefen philosophischer Überlegungen zur Information und Kommunikation (und damit auch zur Informationskultur) ist gerade von Jonathan Furner im "Annual Review of Information Science and Technology" (Volume 44, 2010, S. 161-200) ein Beitrag mit dem Titel "Philosophy and Information Studies" erschienen (online als Preprint!).

Theoretisches zum Thema Information aus deutschen Landen

Montag, 01. März 2010

Nachdem ich in der Blog-Kategorie "Philosophy of information" bisher relativ oft anglo-amerikanische Autoren erwähnt habe (Ausnahme Rafael Capurro!), hier ein paar Hinweise auf philosophisch-theoretische Beiträge zum Informations- und Bibliothekswesen aus deutschen Landen.

Der oben erwähnte Beitrag von Adrian Pohl "Kommunikation statt Information" hat mir nochmal deutlich gemacht, dass ich für mich keinen eindeutigen Informationsbegriff habe.

Den angesprochenen Perspektivwechsel von Information zur Kommunikation halte ich zwar aus praktischen Gründen auch für nötig, aber nicht weil sich der Kommunikationsbegriff einfacher fassen ließe als der Informationsbegriff. Beide, wie auch deren "Abgrenzung zu ‘Daten’, ‘Wissen’, ‘Kommunikation’, ‘Quelle’, ‘Text’ oder gar ‘Schrift’" oder auch Medium und Dokument (siehe Jakob Voß), für alle diese Begriffe gibt es unterschiedlichste Bestimmungen und damit auch unterschiedlichste gegenseitige Abgrenzungen.

Für mich hat z.B. die Definition von Information als "einen Unterschied, der einen Unterschied macht" von Gregory Bateson einen gewissen Charme, z.B. mit seiner Nähe zum Lernen, denn Lernen ist auch Unterscheiden (Dies ist mir durch den schönen Vortrag von Wiebke Derboven zur Woche der Lebensentwürfe mit dem Titel Lebenslanges Lernen an der TUHH richtig bewusst geworden!).

Ich würde auch nie von "Wissensressourcen (die die Grundlage von Information sein können)" sprechen, wie Till Kinstler in einem Kommentar zum Blog-Eintrag von Adrian Pohl! Für mich ist Wissen nur etwas, was sich in den Köpfen abspielt, man kann dies veröffentlichen als Information für andere, so das man Information auch als "veröffentlichtes Wissen" bezeichnen könnte (dies habe ich zuerst irgendwo in einem Text von Gabi Reinmann gelesen!). Information hat für mich immer etwas Potentielles für den Rezipienten, je nachdem, ob er diese versteht oder nicht! Information als Teil der Kommunikation hat nach Luhmann also immer auch mit Selektion zu tun.

Noch ein Aspekt, der mir immer wichtig ist, ist das im Informationsbegriff enthaltende Formgebende, das ich vor kurzem in den Schriften des Computer- und Medienkünstler Lev Manovich, hier in vorbereitenden Texten für sein geplantes Buch "Info-aesthetics", gelesen habe:

"The contrast between form and information is one of the fundamental cultural dimensions which accompanies the shift from industrial to information society; or from modernism to what I would like to brand ‘informationalism’ [...] And yet, as the word inFORMation implies itself, there is a hidden form-making impulse in information society."

"Rather, info-aesthetics refers to various new contemporary cultural practices which can be best understand as responses to the new priorities of information society: making sense of information, working with information, producing knowledge from information."

Und von hier ist dann ein Schwenk möglich zur Förderung von Informationskompetenz bzw. Informationskultur! 8-)

Theoretisches zur Informationskompetenz

Mittwoch, 10. Februar 2010

Hier ein paar Hinweis auf für mich interessante Artikel, die mir in letzter Zeit über den Weg gelaufen sind:

  • "Information Literacy 2.0: hype or discourse refinement?" fragen Sonja Špiranec und Mihaela Banek Zorica (Journal of Documentation, Vol. 66 No. 1, 2010, pp. 140-153, nur für Subscriber) und diskutieren den Sinn einer Unterscheidung von Informationskompetenz und Informationskompetenz 2.0. Sie sehen Informationskompetenz 2.0 u.a. als eine Art von “Teilmenge” von Informationskompetenz. Ich selbst nutze diesen Begriff ja eher als Weiterentwicklung bisheriger Informationskompetenz, wie sie im bibliothekarischen Bereich bisher dominierte (zumindest in Deutschland).

    Der Beitrag endet mit folgendem Statement, dem ich nur zustimmen kann:

    IL 2.0 is fully compatible with the recently introduced theoretical frameworks due to its incorporation of the socio-technical and communicative dimensions since it adequately reflects new social relationships and socio-technical configurations. Consequently, IL 2.0 and the fundamental conceptions of IL as a socio-technical practice complement each other – while the socio-technical perspective provides information literacy 2.0 with a theoretical groundwork, Information literacy 2.0 offers the empirical field to implement renewed conceptions of a recasted theoretical framework.

  • Zitiert im obigen Aufsatz ist ein weiteren Artikel zur Informationskompetenz 2.0 von K. Tuominen, der mir bisher im Volltext entgangen war: "Information literacy 2.0", Signum, 2007, Vol. 40 No. 5, pp. 6-12.
  • Der sehr philosophische Aufsatz von Kimberly A. Jones mit dem Titel "Bringing Librarianship Back Home: Information Literacy as a Return to Method" (Communications in Information Literacy, 2009, Vol 3, No 1) fragt nach dem Wesen von Information und sieht Informationskompetenz als "proactive response to the hardening of LIS" und hat folgendes Abstract:

    Information literacy (IL) has arisen as a response to the reification of information. As information has been commodified, it has lost its fluidity as a term and an idea. Librarianship, as a result, has lost its footing, its philosophy. IL seeks to restore method to librarianship and, as a result, return subjectivity to information.

  • Vielversprechend auch der Titel "Information ethics as information ecology: Connecting Frankl’s thought and fundamental informatics" eines Aufsatzes von Tadashi Takenouchi (Ethics and Information Technology (2006) 8:187–193). Die Einbindung von Informationskompetenz in Informationsethik und die ökologische Betrachtung von Informationssystemen haben für mich einigen Charme. Mal sehen, ob ich den Artikel verstehe?! 8-)

BTW: Auf Luciano Floridi habe ich in diesem Blog schon mal hingewiesen. Nun habe ich mir sein neues Buch mit dem schönen Titel "Information" gekauft, das in der, wie ich finde, fantastischen Reihe "A very short introduction" der Oxford University Press erschienen ist.

Ich bin ja immer noch sehr zwiegespalten, was die andererseits aber auch sehr interessanten Schriften von Floridi angeht. Er geht sehr stark von einem mathematisch-technischen Informationsbegriff aus und blendet zudem manche Diskussionen zur Philosophie der Information im Bibliotheks- und Informationswesen so gut wie aus. Ich finde, man kann den Informationsbegriff nicht vollständig diskutieren, ohne auch verwandte Begriffe wie Kommunikation, Wissen, Dokument usw. zu betrachten. Dies passiert mir bei Floridi zu wenig.

Nachtrag (16.2.2010). Hier noch ein Hinweis auf ein von Rafael Capurro herausgegebenes Special Issue mit dem Titel "Past, present, and future of the concept of information" der Open Access Zeitschrift tripleC.

Konvergenzen, der dritte Eintrag: Historisches und aktuelles Informationswesen

Freitag, 08. Januar 2010

In der Reihe ‘Konvergenzen’ ein weiterer Blog-Eintrag mit zwei Aufsätzen, die das thematisieren, was mich persönlich regelmäßig fasziniert, der Zusammenhang zwischen historisch zu beobachtenden Entwicklungen und aktuellen Diskussionen im modernen Informationswesen.

  • Beyond the legacy of the Enlightenment? Online encyclopaedias as digital heterotopias von Jutta Haider, Olof Sundin in First Monday, Volume 15, Number 1 – 4 January 2010.

    Aus dem Abstract:

    This article explores how we can understand contemporary participatory online encyclopaedic expressions, particularly Wikipedia, in their traditional role as continuation of the Enlightenment ideal, as well as in the distinctly different space of the Internet.

  • The Politics of Organizing Information on the Web: Computing Centres and Natural Languages von Peter Jakobsson, Fredrik Stiernstedt mit ihrem Beitrag auf der Media in transition Conference 6 im April 2009 im Rahmen der Konferenzen des MIT Communications Forum

    Aus dem Abstract:

    This paper is an exploration of the methodologies, economics and politics of organizing information on the web, through a historical-comparative analysis of Google. The paper centres on two cases that reveal interesting tensions in contemporary attempts at organizing knowledge and information. The first case deals with natural and artificial languages as tools for knowledge, working with the historical case of Gottfried Wilhelm Leibniz and his interest in a universal language as well as his pioneering contributions to etymology. The second case looks at the dialectics of centralization and decentralization as illustrated by the early 20th-century project of bibliographer Paul Otlet. Together they are used to evaluate Google’s utilization of techniques from computer science to extract knowledge from search queries and unstructured web-data, both of which are stored and indexed in Google’s computing centres.

Elektronische Karteikartensysteme

Mittwoch, 06. Januar 2010

Vor einiger Zeit bekam ich über das Auskunftssystem "Fragen Sie Hamburger Bibliotheken" sinngemäß folgenden Anfrage:
“Ich möchte mich zum Thema elektronisches Karteikartensystem informieren und sehe mich überfordert, etwas derartiges zu finden. Was können Sie mir zu diesem Thema sagen?”

Es hat mir Spaß gemacht, diese Anfrage wie folgt zu beantworten: 8-)

“So ganz verstehe ich nicht, was Sie genau wollen? Es folgen ein paar Assoziationen, die Ihre Anfrage bei mir hervorgerufen hat.

Früher wurden die Kataloge von Bibliotheken als Zettelkartei geführt. Mittlerweile sind diese alle als elektronische Datenbank online zugänglich, so dass man z.B. den Katalog des Bibliotheksbestandes der TUHH-Bibliothek als ‘elektronisches Karteikartensystem’ bezeichnen könnte.

In unserem Katalog finden Sie übrigens das folgende Buch zur Geschichte des Zettelkastens:
Zettelwirtschaft : die Geburt der Kartei aus dem Geiste der Bibliothek / Markus Krajewski. Berlin : Kulturverl. Kadmos, 2002. (Vgl. auch meine Rezension des Buches in der Zeitschrift Bibliothek. Forschung & Praxis (Jg. 26, Nr. 3, 2002, S. 317-318).

Auf der Website des Autors finden Sie einen elektronischen Zettelkasten, also Software zur Verwaltung von Daten, häufig Literaturangaben. Eigentlich ist jedes Datenbanksystem ein ‘elektronisches Karteikartensystem’.

Vergleichen Sie bitte zur Nutzung von Karteikarten zum Lernen und zur Literaturverwaltung auch folgenden Aufsatz von Markus Krajewski: Elektronische Literaturverwaltungen. Kleiner Katalog von Merkmalen und Möglichkeiten, in: Norbert Franck und Joachim Stary (Hrsg.), Technik wissenschaftlichen Arbeitens (= UTB), 11., vollständig überarbeitete Neuauflage, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn, 2003, S. 97-115 (geringfügige Überarbeitung des Texts für die 12. Auflage, November 2005).

Auch die TUHH-Bibliothek bietet ihren Kunden eine Literaturverwaltungsystem in Form der Software Citavi, die auch in einer freien, nur leicht eingeschraenkten Version downloadbar ist. Auch ein elektronisches Karteikartensystem!”

8-)

Konvergenzen 2

Samstag, 12. Dezember 2009

Konvergenzen enthielt auch mein Vortrag mit dem Titel "Between manifold and completeness – mathematics and form in the work of Wilhelm Ostwald with crosslinks to Wald" auf einem Workshop "Wald, Positivism, and Chemistry" gesponsert von der Wald-Foundation in Kooperation mit der International Society for the Philosophy of Chemistry in Prague-Pruhonice im Oktober (16-17.9.2009).

Einserseits verbanden sich in meiner Präsentation meine beiden Studienfächer Chemie und Mathematik, andererseits führte mich die Beschäftigung mit dem tschechischen Chemiker Frantisek Wald, der Ende des 19. Jahrhunderts die vorherrschende Atomlehre in Frage stellte, zusammen mit der Beschäftigung mit Konzepten wie "Mannigfaltigkeit" und "Restlosigkeit" zu einem besseren Verständnis davon, wie viel Chemie in Ostwald’s Gedanken zum Informationswesen und den Brücke-Aktivitäten steckt (vgl. Folien 28-31). Neben Ostwald sind z.B. weitere Pioniere des Informationswesens wie Erich Pietsch und Gene Garfield, der Entwickler des Science Citation Index, von Hause aus Chemiker! Ein aktueller Gebrauch der Chemie-Metapher in der digitalen Informationswelt stammt von Peter Glaser: Die Chemie des Digitalen.

Auch meine schon lange währenden Interessen, Wissenschaftsgeschichte bei der Vermittlung von Wissenschaft zu nutzen, kamen bei diesem Workshop auf ihre Kosten.

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Konvergenzen 1

Mittwoch, 09. Dezember 2009

Den Zusammenhang von Informationskompetenz und Kreativität habe ich ja hier schon mal erwähnt. So hat auch das Thema Zugang bzw. Open Access etwas mit Innovation und Kreativität zu tun, wie es etwas die "Charter for Innovation, Creativity and Access to Knowledge : Citizens’ and artists’ human rights in the digital age" betont!

Im Rahmen von Vorbereitungen für einen Innovationsprozess, an dem ich beruflich beteiligt bin, habe ich im Buch “Systemisches Innovations- und Kompetenzmanagement : Grundlagen – Prozesse – Perspektiven / von Gustav Bergmann, Jürgen Daub (2. Aufl. Wiesbaden : Gabler Verlag / GWV Fachverlage GmbH, Wiesbaden, 2008)” gestöbert und hier manches Interessante gefunden, was das Thema Informationskompetenz aus einer leicht veränderten Sicht beleuchtet. Kompetenzentwicklung wird hier als "Fähigkeit zur Selbstentdeckung und -erprobung" (S. 75) beschrieben.

Kompetenzen können nicht absolut und kontextneutral einer Person zugeordnet werden, sondern entwickeln sich in den jeweiligen sozialen Feldern interaktiv. (S.74)

Und weiter:
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Inkludisten und Exkludisten beim Bibliothekskatalog

Freitag, 23. Oktober 2009

Schon vor Jahren hat mich die Frage der Zukunft des lokalen Bibliothekskataloges beschäftigt. In einer Arbeitssitzung der Benutzungsabteilung der TUHH-Bibliothek gab es vor kurzem eine spannende Diskusision zur Frage nach dem Inhalt eines lokalen Bibliothekskataloges. Anlass war die Frage, ob die TUHH-Bibliothek in ihrem Bibliothekskatalog weiterhin nur eine Auswahl der freien Zeitschriften der Elektronischen Zeitschriftenbibliothek (EZB) verzeichnen solle oder ob alle freien Zeitschriften aller Fachgebiete im Katalog nachgewiesen sind. Edlef Stabenau hat dabei auf eine ähnliche Diskussion im Rahmen der Wikipedia hingewiesen und hier unterschieden zwischen Inkludisten und Exkludisten. Edlef hat sich via Twitter so geäussert: “Wenn es um Kataloge geht, bin ich eher Inkludist.”

Worum geht es? Dazu hier ein Zitat aus einem Beitrag im Blog Im Himmelgrau (mehr dort!):

Die Exkludisten wollen den Wert und den Nutzen der Wikipedia steigern, indem sie auf Qualität und Ausschluss setzen. Sie wollen die Wikipedia im wahrsten Sinne zu einem exklusiven Gut machen.

Die Inkludisten wollen stattdessen durch möglichst viel Informationsfülle und Wachstum überzeugen. Masse statt Klasse, ist der Vorwurf.

Was bedeutet diese Diskussion nun für den lokalen Bibliothekskatalog?

Bei der Diskussion, die hier nur angerissen werden kann, geht es um Fragen der Relevanz und Qualität, des Umfanges der Indexierung, der Nutzer-Oberfläche von Katalogen, ja auch nach der Frage des Selbstverständnisses von Bibliotheken in der Zukunft.

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Analoge Räume

Freitag, 12. Juni 2009

“Analoge Räume – zur Geschichte des komplexen Verhältnisses von Information, Wissen und Raum (Analogous spaces – on the history of the complex relation between information, knowledge and space)” heisst mein Bericht von der Konferenz Analogous Spaces letztes Jahr im Mai in Ghent, der nun in der Zeitschrift ABI-Technik (29(2009)2, 102-116) erschienen ist. Interessenten schicke ich gerne einen Preprint zu.

Abstracts in Deutsch und Englisch:

Die interdisziplinäre, 2008 in Belgien stattgefundene Konferenz “Analogous spaces – architecture and the space of information, intellect and action” präsentierte einerseits Forschungsaktivitäten zur Geschichte wissenschaftlicher Information und Kommunikation und war damit auch eine Reise zu den Anfängen der frühen Informationsgesellschaft. Andererseits vermittelt sie Informationsgeschichte mit Kultur-, Architektur- und Kunstgeschichte, indem auf diverse Analogien zwischen analogen und digitalen Räumen Bezug genommen wurde. Thematischer Ausgangspunkt war der Belgier Paul Otlet als Begründer der Dokumentation um die Wende zum 20. Jahrhundert, von dessen intellektuellem Netzwerk hier in einem Exkurs auch der Chemiker und Pionier des deutschen Informationswesens Wilhelm Ostwald besonders erwähnt wird.

On the one hand the interdisciplinary conference “Analogous spaces – architecture and the space of information, intellect and action” taking place 2008 in Belgium presented research activities on the history of scholarly information and communication. With it at the same time it was a journey to the origins of the early information society. Otherwise the conference connected information history with the history of culture, architecture and art by referring various analogies between analog and digital spaces. Topical starting point was the Belgian Paul Otlet as founder of documentation around the turn of the 20th century. In an excursus the German chemist and information pioneer Wilhelm Ostwald is especially mentioned as part of the intellectual network of Otlet.