Archiv für Januar 2009

Diskussion zur Informationskompetenz

Dienstag, 27. Januar 2009

Nachdem ich im November 2008 im Seminar von Dirk Lewandowski und Ulrike Spree mit dem Titel “Klassiker der Wissensorganisation / des Information Retrieval” mit einer Präsentation zu Gast war, war ich letzte Woche erneut im Department Information der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, in der Lehrveranstaltung zur “Teaching Library” von Detlev Dannenberg und Christine Gläser.

Meine Präsentation schwankte zwischen Praxis (Was ist das Wichtigste zur Informationskompetenz? Welche Themen würden Sie in 45 Minuten ansprechen? Denn oft bekommen Sie nicht mehr Zeit vom Dozenten einer Veranstaltung, in der Sie eingeladen werden, etwas zur Literaturrecherche vorzustellen.), der Realität sowie den Möglichkeiten von eLearning und der Frage, wie sich das Thema Informationskompetenz angesichts des Web 2.0 und der Zukunft weiter entwickelt.

Ein Ergebnis der Diskussion zum Inhalt der 45 Minuten war vielleicht, dass es eigentlich egal ist, was man präsentiert oder macht, die Hauptsache ist, das Thema und die dahinter stehende Bibliothek kommen positiv besetzt rüber. Besonders wichtig wäre es, eine kritische Haltung zur eigenen Suche und zur Bewertung von Informationsquellen zu erreichen. Für mich das Wichtigste sind immer noch “Neugier und Zweifel” (Susanne Rockenbach) wecken, auch wenn Wilfried Sühl-Strohmenger in seinem Artikel im Bibliotheksdienst (42. Jg. (2008), H. 8/9) Susanne Rockenbach bewusst falsch zu verstehen scheint. Schade! Für mich ist die “Learning Facilitating Library” immer noch wichtiger als die “Teaching Library”.

Eine weitere interessante Frage war: Voran macht man den Erfolg von Informationskompetenz-Aktivitäten fest? Wie kann man diese bewerten, ein Thema, was auch bei der internationalen Diskussion zur Informationskompetenz sehr aktuell ist. Auch auf dem letzten Bibliothekartag in Mannheim gab es dazu einen Vortrag, der aber die Messung der Verbesserung von Informationskompetenz teilweise auf die Abfrage reinen Wissens reduzierte. Dann finde ich die dort aber auch erwähnte Präsentation einer Datenbank oder das Führen eines begleitenden Recherche-Portfolios, um den Erfolg von Veranstaltungen zur Informationskompetenz zu messen, wesentlich sinnvoller. Persönlich sehe ich Erfolg, wenn in einer solchen Diskussion wie in der HAW mein Beitrag als “Weckruf” verstanden wird, wenn Lehrende nach einer Präsentation in Kursen zum Wissenschaftlichen Arbeiten im nächsten Jahr nochmals anfragen, ob ich eine mache oder wenn Lehrende mich um einen Beitrag zum Thema Literaturrecherche für ihr Lehrbuch bitten.

Was kann die Bibliothek für Ingenieure tun?

Freitag, 23. Januar 2009

Im Engineering Subject Centre der britischen Higher Education Academy fand ich folgende schöne Zusammenstellung von Bibliotheksdienstleistungen für Ingenieure, die ich sicher auch noch für die Webseiten oder den Weblog der TUHH-Bibliothek verwenden werde.

Engineers: what can your academic library do for you?

Academic libraries provide vibrant study environments, employing the latest technologies and methods to meet both your needs as a busy engineering teacher and researcher, and those of your engineering students.

Das ist wieder ein Beispiel für relativ kurze Texte aus dem anglo-amerikanischen Bereich, die aber das Wesentliche wunderbar zusammenfassen. Immer noch aktuell sind z.B. auch die von Susan Gilroy (Lamont Library, Harvard) erstellten “Tips for doing research online“, die leider nur noch über Archive.org zugreifbar sind.

Wissensordnungen, Geschichten erzählen und Datenbanken

Mittwoch, 21. Januar 2009

Irgendwie hat es mir die neue Edition Unseld des Suhrkamp Verlages angetan. Nur mehr Zeit zum Lesen müsste man haben!

Bisher habe ich nur folgendes Buch mit Genuss gelesen:

Neue Wissensordnungen – Wie aus Informationen und Nachrichten kulturelles Wissen entsteht” von Olaf Breidbach. Breidbachs Differenzierung zwischen Information und Wissen und deren Einbettung in die Kultur- und Wissenschaftsgeschichte trifft Vieles von dem, womit ich mich selbst beschäftige!

Auf meiner Leseliste steht noch “Komplexitäten – Warum wir erst anfangen, die Welt zu verstehen” von Sandra Mitchell.

Und schon sind weitere spannende Bücher angekündigt:

Manche der Bücher sollten vielleicht auf Leselisten zur Förderung von Informationskompetenz stehen, denn kritisches Denken verbunden mit historisch-kultureller Reflektion gehören für mich dazu!

Wilhelm Ostwald’s long shadow

Dienstag, 20. Januar 2009

“The Origins of Chemical Literature as a Separate Discipline of Chemistry” heisst ein Beitrag von F. Bartow Culp (S. 641-646) in den Proceedings der 6th International Conference on the History of Chemistry, die 2007 in Leuven (Belgium) stattfand und das Tagungsthema “Neighbours and territories. The evolving identity of Chemistry” hatte. Abstracts zur Conference sind ebenfalls online.

Ein Teil des Textes von Bartow trägt die Überschrift dieses Blog-Eintrages.

[Zusatz 5.2.2009] Die kompletten Proceedings der Konferenz “Neighbours and territories. The evolving identity of Chemistry” sind nun verfügbar auf der Website der “Working Party on the History of Chemistry” der EuCheMS (European Association for Chemical and Molecular Sciences).

“Survival skills”

Mittwoch, 14. Januar 2009

Im immer sehr interessant zu lesenden Weblog vom Hamburger Erziehungswissenschaftler Torsten Meyer findet sich ein Hinweis auf einen Zeitungsartikel der TAZ (6.1.2009) von Ulrich Klotz mit dem Titel “Lernen 2.0 ist die Summe aus Unternehmen 2.0 + Arbeit 2.0″.

Die im zugehörigen Kasten erwähnten sieben “survival skills” des Harvard-Professors Tony Wagner aus seinem Buch “The Global Achievement Gap” umfassen

Kritisches Denken und Problemlösen; Zusammenarbeit zwischen Netzwerken und Führung durch Einfluss; Agilität und Adapationsfähigkeit; Initiative und Unternehmerschaft; Effiziente mündliche und geschriebene Kommunikation; Zugang und Analyse von Informationen; Neugier und Vorstellungskraft.

Die oben hervorgehobenen Kompetenzen sind auch in einem weiten Begriff von Informationskompetenz enthalten, wobei ich mich immer mehr frage, ob die “Förderung von Informationskultur” als Aktionsbegriff das Label “Förderung der Informationskompetenz” als Thema von Bibliotheken nicht viel mehr trifft.