Archiv für April 2009

Informationskompetenz im E-Denkarium

Donnerstag, 23. April 2009

Das E-Denkarium von Gabi Reinmann hat eine neue Adresse und ist wie immer eine Fundgrube für interessante Diskussionen. Direkt auf Informationskompetenz bezieht sich ein Bericht zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel “Informationskompetenz, Medienkompetenz, digitale Kompetenz oder noch was anderes?” auf dem Internationalem Symposium für Informationswissenschaft (ISI). Manches daraus spielt für mich auch in die Diskusssion um Standards zur Informationskompetenz im Bibliothekswesen hinein. Am Ende dieses Beitrages schreibt Gabi Reinmann:

Ich habe die Auffassung vertreten, dass die Output-Orientierung an sich eine tolle Sache ist, aber das Problem besteht darin, dass man diesen Output nun auch ständig erfassen muss. Dann sind wir wieder mal beim Assessment-Thema und bei dem Problem, dass Kompetenz auf einmal vor allem das ist, was man erfassen kann. Und genau das kann es ja wohl nicht sein.

Ziiert wird in dem Beitrag ein weiterer Bericht zu der genannten Veranstaltung im Blog von Frank Vohle mit dem Titel “Informationskompetenz: Wo sind die Probleme?“. Seine provokante These ist,

dass wir keine Informationskompetenz brauchen, solange wir in Schule und Hochschule nicht komplexe und offene Problemstellungen in den Lehralltag einbinden.

Thüringer Bibliothekspädagogik

Donnerstag, 23. April 2009

Holger Schultka und die thüringenweite AG Benutzerschulung präsentieren in ihrem neuen Portal Bibliothekspädagogik eine Fülle an Ideen und Anregungen zur Förderung von Informationskompetenz.

Aus Anlass des 98. Deutschen Bibliothekartags 2009 in Erfurt gibt es z.B. eine neue Broschüre mit dem Titel “In Bibliotheken lehren und lernen – Hilfsmittel für die bibliothekspädagogische Praxis : Eine Auswahl für das Lehren und Lernen im Lebenslauf – Mit didaktischen Überlegungen“.

Spannend wird sicher auch die Lernwerkstatt auf dem Bibliothekartag!

Das Besondere der Thüringer Aktivitäten ist die intensive Zusammenarbeit zwischen Bibliotheken und Schulen. Insgesamt sind sicher auch viele Anregungen im Portal zu finden, die wir an der TUHH-Bibliothek bezüglich der Kinderforscher nutzen können.

Information in der Frühen Neuzeit

Montag, 13. April 2009

… ist der Titel eines neuen Buches zur Geschichte der Information. Im Mittelpunkt der Beiträge steht hier eher der verwaltungstechnische Umgang mit Information, wie er in Organisationen der staatlichen, kirchlichen oder gelehrten Verwaltung auftritt.

Information in der Frühen Neuzeit : Status, Bestände, Strategien / Arndt Brendecke, Markus Friedrich, Susanne Friedrich (Hrsg.). Berlin: LIT Verl., 2008

Der Band, der auch aus einer Tagung heraus entstanden ist, enthält eine interessante Definition von Information als “das, was an Repräsentationen der Welt in Hinsicht auf eine Aufgabe verfügbar ist” (S. 16), die sich auf Peter Burke (vgl. meine Rezension seines Buches “Papier und Marktgeschrei : die Geburt der Wissensgesellschaft” (2001)) bezieht. Burke hat selbst einen Beitrag zum Band geliefert. Auch für den nicht unbedingt an der frühen Neuzeit Interessierten, bietet der Band interessante Beiträge zur “Information als Kategorie historischer Forschung”, zur Begriffsentwicklung von Information in Ergänzung zu Capurros Arbeiten (vgl. auch meine Rezension zu Ott), zum frühen Phänomen der Informationsflut und anderes mehr. Der Beitrag zu frühen Suchmaschinen in Form von Adressbüros in der Habsburgermonarchie von Anton Tantner passt zum gerade erschienenen Buch “Suchmaschinen : die Welt als Datenbank” von David Gugerli (Frankfurt am Main : Suhrkamp, 2009). Gugerli beginnt seine Betrachtungen allerdings erst in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts!