Archiv für Februar 2009

Standards zur Informationskompetenz werden zu wichtig genommen!

Freitag, 27. Februar 2009

In Deutschland wird über nationale Standards zur Informationskompetenz nachgedacht. Auch auf der letzten Sitzung der AG Informationskompetenz des GBV (AGIK GBV) war dies ein Thema.

Hiermit fasse ich meine Sicht der Dinge, die auch geprägt ist von der Diskussion auf diesem Treffen, zusammen. Vielleicht können einige dieser Gesichtspunkte beim weiteren Verfahren berücksichtigt werden, um das Thema wirklich national voranzubringen!? Das Ganze ist jetzt doch etwas viel geworden, hatte sich aber irgendwie bei mir aufgestaut und ich habe meine Einwände gegen Standards einfach mal runter geschrieben.

Es gibt einen Vorschlag, eine Kurzform der “Standards der Informationskompetenz für Studierende” des Netzwerkes Informationskompetenz Baden-Württemberg (2006) als nationale Standards zu präsentieren. Dieser soll auf der Frühjahrssitzung der Sektion IV im DBV am 25. und 26.März 2009 in Darmstadt 2009 vorgestellt werden.

Meine Kritikpunkte im Einzelnen:

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Zum Begriff Informationskultur

Mittwoch, 25. Februar 2009

Das erste Mal bewusst aufgefallen ist mir der Begriff Informationskultur im Titel des Buches vom Briten Luke Tredinnick “Digital Information Culture: The Individual and Society in the Digital Age” (2008).

Tredinnick beschreibt digitale Informationskultur unter 5 Gesichtspunkten, die auch für mich zu einem ganzheitlichen und weiten Begriff von Informationskompetenz gehören. Ich füge stichwortartig das dazu, was mir an diesbezüglichen Aspekten von Informationskompetenz zu diesen Punkten bisher eingefallen ist:

      Textualität (Textuality): Schreiben und Kontext; Text als sozialer Konstrukt, Wissenschaftliches Arbeiten; …?
      Authentizität (Authenticity): Was ist original? Geistiges Eigentum; Kopieren und Zitieren; …?
      Wissen (Knowledge): Was ist Wahrheit? Was ist Wissen? Was ist Information? Wie entsteht wissenschaftliches Wissen? Problematik des Peer Review? Informationsüberfluss; Gemeinschaftliches Wissen; Lernen, Vermittlung und Bildung; …?
      Macht (Power): Zugang zu Information und Wissen; Informationsmonopole; Digital Divide; Open Access, Zeitschriftenkrise, Informationsökonomie, Urheberrecht, Geheimhaltung von Information; Bewertung von Forschung; ..?
      Identität (Identity): Datenschutz, Privacy; Virtualisiserung, Second Life; …?
      Gedächtnis (Memory): Überlieferung und Geschichte; Erhaltung digitaler Artefakte; …?

Am Schluss vom Kapitel “Knowledge” habe ich eine so schöne Formulierung/Erweiterung für “information literacy” gefunden, die hier als “second-order literacy” bezeichnet wird, dass ich diese etwas länger zitieren möchte:

In the digital age, where information and data are cheap, proliferating through digital environments and always at the end of a search engine query, the value of knowledge derives from understanding the process through which truth become authenticated, and the underlying assumptions, values, biases, presuppositions and belief systems which inform that process.

This is captured in the idea of second-order literacy. Second-order literacy is not a matter of reading, but of creating meaning out of texts or cultural objects within the whole social context. It is about situating truth claims within their social and cultural context and of reading the context as well as the content, not as a way of objectifying knowledge, but as a way of understanding truth claims. Second-order literacy is a matter of understanding that truths are never given, and that authority is never wholly conferred from the sites of knowledge production and creation. And second-order literacy is also a matter of participating in knowledge creation and dissemination, of participating in the process by which shared truths emerge. (S. 114-116)

Übersetzungen für RSS-Feeds

Freitag, 20. Februar 2009

Meinen Blog kann man nun mit Hilfe des Dienstes FeedLanguage auch auf Englisch und Französisch lesen. Die Übersetzungen sind natürlich automatisch erstellt und kommen via Google, aber mit Abstrichen wohl ganz brauchbar!? Es gibt irgendwo sicher noch bessere Tools?!

Noch mehr Diskussionen: Ein Gespräch zur Informationskompetenz mit Wilfried Sühl-Strohmenger

Dienstag, 17. Februar 2009

In einem Blog schreibt man ja schnell mal etwas, was nicht ganz ausgegoren ist. So hat ein Nebensatz in meinem Blog-Eintrag mit dem Titel “Diskussion zur Informationskompetenz”, der sicher etwas missverständlich formuliert war, meinen Freiburger Kollegen Wilfried Sühl-Strohmenger dazu animiert, mir eine Mail zu schreiben. Dies führte zu einem interessanten Austausch über unsere jeweilige Sicht auf Informationskompetenz, und ich hatte dadurch die Gelegenheit deutlich zu machen, warum ich mich an seinem Beitrag im Bibliotheksdienst etwas “reibe”! Vielleicht ist das folgende in Auszügen wiedergegebene “Gespräch über Informationskompetenz” auch für Lesende dieses Blogs interessant. Man könnte sagen “Information literacy in conversation”, in Anlehnung an den Aufsatz von R. David Lankes, Joanne Silverstein, Scott Nicholson mit dem Titel “Participatory Networks: The Library as Conversation” (2007).

In einem Beitrag im Bibliotheksdienst hat Wilfried Sühl-Strohmenger einen Vortrag von Susanne Rockenbach zum Anlass genommen, auf “unsinnige Gegensätze zwischen Lehren und Lernen, zwischen Anleiten und Entdeckenlassen, zwischen Neugier/Zweifel und ‘Vorratslernen’ usw.” hinzuweisen. In seiner Mail an mich schrieb er dazu weiter:

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Booksmarks 2009

Montag, 16. Februar 2009

Letzte Woche hatte ich noch Gelegenheit mir die Ausstellung “Bookmarks 2009 – Wissenswelten von der Keilschrift bis YouTube” in der kestnergesellschaft, Hannover anzusehen.

Eine super Idee ist es, das alte Buch verbunden mit einem Blick auf Leibniz mit YouTube zu kombinieren. Leider konnten vor Ort die Bücher und Manuskripte – ebenso wie das Original der Leibniz’schen Rechenmaschine – nur wie im Schaufenster angesehen werden. Aber diesen darstellerischen Nachteil vor Ort macht die Ausstellung im Netz wieder wett: Man kann hier alle Exponante im Detail in Foto und Film (via YouTube) betrachten und selbst die parallel gehaltenen Vorträge sind multimedial online! Beispielhaft!