Archiv für die Kategorie ‘Chemical information’

Integration von Chemie-Bibliothekaren in die Lehre

Freitag, 12. März 2010

Im neuen Chemical Information Bulletin, Vol. 62(1) Spring 2010, der ACS Division of Chemical Information (CINF) findet sich ein Interview (S. 24-26) mit René Deplanque, dem Managing Director des FIZ Chemie.

Deplanque plädiert darin für eine verstärkte Integration von Bibliothekaren in den “education process” (S. 25-26):

There is quite a difference in the position of an American librarian and a German librarian. In Germany, the librarian has still a very traditional role. They are the ones to whom you go only to get information. Unfortunately, the librarian is seldom in the position of partner to the researcher. This is unfortunate because in most cases, the librarians have to have an academic degree in librarianship to work in a scientific library. Only very rarely do scientists decide to go into a career as a librarian. I think that one of the problems that we have to cope with is that universities depend on reputation, and reputation depends on research; librarians in Germany are not part of the research process. Therefore, the librarians do not have their true position within this framework. In recent years, this very traditional positioning of the librarian is weakening a bit, but it will still take many years before the librarian is accepted as a valued partner for the scientist. [...]

The librarian in Germany is highly educated but only very seldom introduced into the education process, especially not in the sciences. Very few universities have courses on teaching the use of information systems that are actually led by a librarian. It is very sad that, within the educational system in Germany, the true value of the librarian is underestimated, and because of this librarians are not used to their full potential.

Ein Plädoyer für mehr Informationskompetenz-Aktivitäten durch Fachreferenten an Bibliotheken! An manchen Orten ist die Integration in die Lehre aber auch schon Realität, zum Beispiel in der Verfahrenstechnik an der TU Hamburg-Harburg! 8-) Am nächsten Montag ist für mich als Fachreferent für Verfahrenstechnik wieder die wichtigste Veranstaltung des Jahres, eine Präsentation zur "World of process engineering information" im Rahmen des Projektierungskurses Verfahrenstechnik. Mehr als 80 Studierende der Verfahrens- und Biotechnik der TUHH bearbeiten drei Wochen ein gemeinsames Projekt und bekommen am Anfang einen Überblick zur Fachinformation!

Elektronische Karteikartensysteme

Mittwoch, 06. Januar 2010

Vor einiger Zeit bekam ich über das Auskunftssystem "Fragen Sie Hamburger Bibliotheken" sinngemäß folgenden Anfrage:
“Ich möchte mich zum Thema elektronisches Karteikartensystem informieren und sehe mich überfordert, etwas derartiges zu finden. Was können Sie mir zu diesem Thema sagen?”

Es hat mir Spaß gemacht, diese Anfrage wie folgt zu beantworten: 8-)

“So ganz verstehe ich nicht, was Sie genau wollen? Es folgen ein paar Assoziationen, die Ihre Anfrage bei mir hervorgerufen hat.

Früher wurden die Kataloge von Bibliotheken als Zettelkartei geführt. Mittlerweile sind diese alle als elektronische Datenbank online zugänglich, so dass man z.B. den Katalog des Bibliotheksbestandes der TUHH-Bibliothek als ‘elektronisches Karteikartensystem’ bezeichnen könnte.

In unserem Katalog finden Sie übrigens das folgende Buch zur Geschichte des Zettelkastens:
Zettelwirtschaft : die Geburt der Kartei aus dem Geiste der Bibliothek / Markus Krajewski. Berlin : Kulturverl. Kadmos, 2002. (Vgl. auch meine Rezension des Buches in der Zeitschrift Bibliothek. Forschung & Praxis (Jg. 26, Nr. 3, 2002, S. 317-318).

Auf der Website des Autors finden Sie einen elektronischen Zettelkasten, also Software zur Verwaltung von Daten, häufig Literaturangaben. Eigentlich ist jedes Datenbanksystem ein ‘elektronisches Karteikartensystem’.

Vergleichen Sie bitte zur Nutzung von Karteikarten zum Lernen und zur Literaturverwaltung auch folgenden Aufsatz von Markus Krajewski: Elektronische Literaturverwaltungen. Kleiner Katalog von Merkmalen und Möglichkeiten, in: Norbert Franck und Joachim Stary (Hrsg.), Technik wissenschaftlichen Arbeitens (= UTB), 11., vollständig überarbeitete Neuauflage, Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn, 2003, S. 97-115 (geringfügige Überarbeitung des Texts für die 12. Auflage, November 2005).

Auch die TUHH-Bibliothek bietet ihren Kunden eine Literaturverwaltungsystem in Form der Software Citavi, die auch in einer freien, nur leicht eingeschraenkten Version downloadbar ist. Auch ein elektronisches Karteikartensystem!”

8-)

Konvergenzen 2

Samstag, 12. Dezember 2009

Konvergenzen enthielt auch mein Vortrag mit dem Titel "Between manifold and completeness – mathematics and form in the work of Wilhelm Ostwald with crosslinks to Wald" auf einem Workshop "Wald, Positivism, and Chemistry" gesponsert von der Wald-Foundation in Kooperation mit der International Society for the Philosophy of Chemistry in Prague-Pruhonice im Oktober (16-17.9.2009).

Einserseits verbanden sich in meiner Präsentation meine beiden Studienfächer Chemie und Mathematik, andererseits führte mich die Beschäftigung mit dem tschechischen Chemiker Frantisek Wald, der Ende des 19. Jahrhunderts die vorherrschende Atomlehre in Frage stellte, zusammen mit der Beschäftigung mit Konzepten wie "Mannigfaltigkeit" und "Restlosigkeit" zu einem besseren Verständnis davon, wie viel Chemie in Ostwald’s Gedanken zum Informationswesen und den Brücke-Aktivitäten steckt (vgl. Folien 28-31). Neben Ostwald sind z.B. weitere Pioniere des Informationswesens wie Erich Pietsch und Gene Garfield, der Entwickler des Science Citation Index, von Hause aus Chemiker! Ein aktueller Gebrauch der Chemie-Metapher in der digitalen Informationswelt stammt von Peter Glaser: Die Chemie des Digitalen.

Auch meine schon lange währenden Interessen, Wissenschaftsgeschichte bei der Vermittlung von Wissenschaft zu nutzen, kamen bei diesem Workshop auf ihre Kosten.

(weiterlesen…)

Wilhelm Ostwald’s long shadow

Dienstag, 20. Januar 2009

“The Origins of Chemical Literature as a Separate Discipline of Chemistry” heisst ein Beitrag von F. Bartow Culp (S. 641-646) in den Proceedings der 6th International Conference on the History of Chemistry, die 2007 in Leuven (Belgium) stattfand und das Tagungsthema “Neighbours and territories. The evolving identity of Chemistry” hatte. Abstracts zur Conference sind ebenfalls online.

Ein Teil des Textes von Bartow trägt die Überschrift dieses Blog-Eintrages.

[Zusatz 5.2.2009] Die kompletten Proceedings der Konferenz “Neighbours and territories. The evolving identity of Chemistry” sind nun verfügbar auf der Website der “Working Party on the History of Chemistry” der EuCheMS (European Association for Chemical and Molecular Sciences).

Auch ein Pionier des chemischen Informationswesens!

Montag, 24. November 2008

In der Zeit Nr. 48 vom 20. November 2008 befindet sich auf Seite 44 ein ganzseitiger Artikel über Dimitri Stein, der auch für die Geschichte des chemischen Informationswesens Einiges geleistet hat. Leider ist dies in diesem Artikel nicht erwähnt worden.

Dimitri Stein durfte unter den Nazis nicht Doktor werden. Jetzt hat er seine Promotion, die ihm 1943 verwehrt wurde, an der TU Berlin vollendet.

Stein war auch Freund von Erich Pietsch, dem langjährigen Leiter des Gmelin-Institutes für Anorganische Chemie (1936-1967) und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Dokumentation (1956-1961). Stein hatte Pietsch kurz vor Kriegsende kennengelernt und war in den 50er und 60er Jahren Kontaktperson des Gmelin-Institutes in den Vereinigten Staaten. Er unterstätzte Pietsch dabei, Kenntnisse zur mechanischen Dokumentation, die damals mittel PCs, 8-) also Punched Cards bzw. Lochkarten erfolgte, nach Deutschland zu bringen und den internationalen Wissensaustausch in diesem Bereich zu fördern. Pietschs Aktivitäten legten die Grundlage für die internationalen Beziehungen des deutschen Informationswesens in den sechziger Jahren.

Mehr zu Pietsch und hier besonders bzgl. Stein (S. 331f) in meinem Aufsatz: Erich Pietsch: International Connections of a German Pioneer in Information Science, in: The History and Heritage of Scientific and Technological Information Systems: Proceedings of the 2002 Conference / W. Boyd Rayward and Mary Ellen Bowden, Editors. Information Today, Inc., Medford, New Jersey, 2004. S. 327-338. Die Proceedings dieser Konferenz sind frei im Netz verfügbar!

Noch mehr zu Pietsch auf deutsch: T.Hapke: Erich Pietsch – Information und Dokumentation im Spannungsfeld zwischen Staat und Nutzer. In: Informationspolitik ist machbar?! Reflexionen zum IuD-Programm 1974-1977 nach 30 Jahren / Josef Herget, Sonja Hierl, Thomas Seeger (Hg.). Frankfurt a.M.: DGI, 2005. S. 43-58. (Preprint)

Quelle zur Geschichte der Chemie-Information seit 1949

Mittwoch, 16. Juli 2008

Das Chemical Information Bulletin der American Chemical Society – Division of Chemical Information wurde digitalisiert und bietet mit seinen Ausgaben seit 1949 einen Rückblick auf fast 60 Jahre Chemie-Information!

The Chemical Information Bulletin and its earlier titles are produced by the Chemical Information Division of the American Chemical Society. This collection includes volume 1 from 1949 up to the current issue. Items of interest to the division members and those interested in chemistry are included. Some issues contain news pieces about members, abstracts of sessions, and ‘chemical games’.

Marion Sparks – Frühe Vermittlung von Informationskompetenz in der Chemie

Freitag, 28. September 2007

Marion Emeline Sparks (1872-1929) schrieb den ersten Literaturführer zur Chemie im Jahre 1919. Vergleiche auch eine Rezension zu einem aktuelleren Buch zum Thema!

Masterarbeit Informationskompetenz-Förderung in der Chemie

Freitag, 30. März 2007

Iris Reimann: Erhöhung der Attraktivität einer naturwissenschaftlichen Bibliothek durch die fachspezifische Vermittlung von Informationskompetenz als Chance zur Verbesserung ihrer Akzeptanz innerhalb der Hochschule

von Iris Reimann

Berlin : Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, 2006. – 81 S. – (Berliner Handreichungen zur Bibliotheks- und Informationswissenschaft ; 182)

Abstract

Wissenschaftliche Zweigbibliotheken verlieren zunehmend u. a. aufgrund der wachsenden digitalen Verfügbarkeit von Informationen an Attraktivität bei ihren Nutzern. Die vorliegende Arbeit zeigt Möglichkeiten auf, die einer naturwissenschaftlichen Zweigbibliothek helfen können, ihren Platz in der Hochschule neu zu bestimmen und sich im hochschulinternen Umfeld zu behaupten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Vermittlung von Informationskompetenz. Es wird die Ausgangssituation an der Hochschule beschrieben. Dazu werden die Ergebnisse repräsentativer Studien durch eine eigene Umfrage ergänzt. Anschließend werden die Aspekte ausführlich diskutiert, die für die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen zur Vermittlung von Informationskompetenz zu beachten sind. Abschließend wird ein konkretes Konzept zur Vermittlung von Informationskompetenz für Studierende und Graduierte der Chemie beispielhaft skizziert.

Fachbezogene Informationskompetenz in der Chemie

Mittwoch, 28. März 2007

Fachbezogene Informationskompetenz ist eine wichtige Ergänzung allgemeiner Informationskompetenz, hier ein Beispiel aus der Chemie!

Das Ad Hoc Committee on Information Literacy der Special Libraries Association Chemistry Division hat Richtlinien zur Informationskompetenz entwickelt:
Information Competencies for Chemistry Undergraduates : the elements of information literacy

Obwohl stark objektbezogen zeigen diese Richtlinien einerseits die Notwendigkeit fachlicher Bezüge andererseits auch die Existenz einer fachlichen "Kultur".

Kulturelle Kompetenz als Schlüsselkompetenz umfasst nicht nur das Kennenlernen fremder (Landes-)Kulturen und Sprachen, sondern auch ein vernetztes, interdisziplinär orientiertes Verstehen der Kulturen des eigenen Faches sowie fremder Fächer. So hat Informationskompetenz sicherlich auch eine große Bedeutung für so etwas wie "interdisziplinäre Kompetenz". Studierende begreifen sich so als Teil einer fachlichen Diskussions- und Diskurs-Gemeinschaft mit eigenen kulturellen und sozialen Strukturen, die ein gemeinsames Vokabular und eine typische Informationspraxis teilt.

CAS 100th Anniversary

Freitag, 16. März 2007

Website zur Geschichte der Chemical Abstracts!

CAS 100th Anniversary

In 2007, CAS celebrates its 100th year of serving chemists and other scientists around the world.

We invite you to browse through this web site. Over the next year, we intend to update the site while providing an intriguing snapshot of the scientific endeavors of the previous century.